Die Geschichte der Revolutionen ist auch eine Geschichte der Frauen, die an vorderster Front kämpften. Von den Marktfrauen, die in der französischen Revolution den Zug auf Versailles anführten, über die St. Petersburger Frauen, deren Straßenproteste am 8. März 1917 den Auftakt zur Februarrevolution gaben, bis hin zu den Widerstandskämpferinnen der österreichischen Kommunistischen Partei wie Hedy Urach, die ihr Leben für die Befreiung vom Hitlerfaschismus gegeben haben.

In diesem Artikel wollen wir vier herausragende Revolutionärinnen vorstellen, die als Repräsentantinnen für viele stehen.

Celia Sánchez – Die Heldin der Sierra Maestra

Celia Sánchez war eine der wichtigsten Figuren der kubanischen Revolution. Sie übernahm politische Tätigkeiten in den Städten, verteilte Flugblätter und versuchte die Arbeiter:innenklasse zu organisieren. Gleichzeitig versorgte sie die Rebell:innen in der Sierra Maestra – dem Gebirge, das ihnen als Operationsbasis diente – mit Nahrungsmitteln, Waffen und Medizin.

Schließlich schloss sich Celia selbst den Guerillas an. Dort wurde sie die rechte Hand Fidels und verantwortete Kampfstrategien mit. In erster Linie aber hielt sie den Kontakt zu den lokalen Untergrundgruppen und koordinierte deren Tätigkeiten. Auch brachte sie die schon existierende Kommunistische Partei (bestehend aus Altkommunist:innen, die der Revolution anfangs eher kritisch gegenüberstanden) und die Orthodoxo-Partei mit der Guerillabewegung Fidels in Kontakt und organisierte so die Struktur des neuen Staates mit.

Celia Sánchez baute auch Schulen und Einrichtungen für Arme und Waisenkinder auf und bekleidete mehrere Ämter im Staat des sozialistischen Kubas, unter anderem als Mitglied des Zentralkomitees der neuen Kommunistischen Partei. Noch heute bezeichnet man sie in Kuba als “Heroína de la Sierra” – als Heldin des Gebirges.

Dolores Ibárruri – La Pasionaria

Dolores Ibárruri wurde 1895 in Biskaya (Baskenland, Spanien) geboren und entstammte einer sehr armen, im Bergbau tätigen Arbeiter:innenfamilie. 1921 trat sie der spanischen Kommunistischen Partei bei und begann, unter dem Pseudonym “La Pasionaria” – die Leidenschaftliche – Artikel für ein baskisches Bergarbeiter:innenblatt zu schreiben.

Ab den 1930ern war sie als Redakteurin des “Mundo Obrero” – der Zeitung der Kommunistischen Partei in Madrid – sowie als Mitglied des Politbüros und Verantwortliche der Frauenkommission ihrer Partei tätig. Bekannt wurde sie während dieser Zeit insbesondere als mitreißende Rednerin.

Insbesondere im spanischen Bürgerkrieg, in dem der faschistische General Francisco Franco die Macht über das Land erreichen wollte, hielt sie leidenschaftliche Reden im Radio und an der Front, wo sie die Parole “No pasarán!” (Sie werden nicht durchkommen!) als einen der wichtigsten Sätze für die antifaschistische Bewegung prägte. Während der auf den Bürgerkrieg folgenden Diktatur Francos flüchtete sie in die Sowjetunion und kehrte erst nach dem Tod Francos wieder nach Spanien zurück, wo sie weiterhin politisch aktiv war.


Diese Revolutionärinnen stehen stellvertretend für unzählige Frauen, deren Kampf bis heute nachwirkt: durch soziale Veränderungen, die sie vorantrieben (z. B. das Recht auf Schwangerschaftsabbruch), durch wissenschaftliche Arbeiten, die unsere heutige Theorie und Praxis prägen, und durch ihren Einsatz in den Revolutionen, die bis heute anhaltende Auswirkungen haben, wie z. B. in Kuba.